Online-Krankschreibung / Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung: Das sollten Sie wissen

Wer krank im Bett liegt, sollte sich auskurieren und nicht den Weg zur Arztpraxis auf sich nehmen müssen, nur um ein Rezept oder eine Krankschreibung zu erhalten. Die gute Nachricht: Überfüllte Wartezimmer gehören nun der Vergangenheit an. Dank der Online-Krankschreibung können Sie ganz bequem von Zuhause aus einen Arzt konsultieren. Dieser kann Ihnen eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (umgangssprachlich auch AU, Gelber-Schein, ärztliches Attest) und bei Bedarf auch ein Rezept ausstellen. Beide sind rechtsgültig und werden von Arbeitgebern und Apotheken anerkannt.

Inhalt
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung Krankschreibung vom Arzt

Kurzübersicht

Wozu braucht man eine AU? Ist ein Arbeitnehmer krankheitsbedingt arbeitsunfähig, erhält er zunächst Entgeltfortzahlung vom Arbeitgeber und im Anschluss Krankengeld von der Krankenkasse. (Ausnahme: Wenn der Arbeitnehmer in einem Unternehmen noch keine vier Wochen beschäftigt ist und in diesem Zeitraum erkrankt, hat er Anspruch auf Krankengeld von der Krankenkasse.) Voraussetzung ist, dass sich der Arbeitnehmer bei seinem Arbeitgeber umgehend krankmeldet und bis zum 4. Tag eine AU vorlegt. Ansonsten kann der Arbeitgeber die Entgeltfortzahlung verweigern und unter Umständen sogar das Arbeitsverhältnis kündigen.

Ab wann benötigt man eine AU? Laut Gesetz muss dem Arbeitgeber eine AU vorgelegt werden, wenn man länger als drei Tage nicht am Arbeitsplatz erscheint. Diese Frist kann jedoch von Arbeitgeber zu Arbeitgeber unterschiedlich geregelt sein und wird individuell im Arbeitsvertrag festgeschrieben.

Wie setzt sich eine AU zusammen? Jede AU besteht aus vier Dokumenten, die an folgende vier Empfänger adressiert sind:

  1. Arbeitgeber: sie enthält keine Diagnose
  2. Krankenkasse: sie enthält die Diagnose verschlüsselt
  3. Versicherter: sie enthält die Diagnose verschlüsselt
  4. Arzt: sie enthält die Diagnose verschlüsselt

Wer darf eine AU ausstellen? Eine AU darf nur durch einen Arzt und ausschließlich aufgrund einer ärztlichen (Fern-)Untersuchung erteilt werden. Der Arzt attestiert dabei den Grund der Arbeitsunfähigkeit und und eine Prognose über die Dauer der Arbeitsunfähigkeit.

Online-Krankschreibung: Was bedeutet das genau?

Im Mai 2018 wurde auf dem 121. Deutschen Ärztetag in Erfurt eine Lockerung des Fernbehandlungsverbotes beschlossen. Ärztliche Beratung und Diagnose sind seitdem erlaubt, „wenn dies ärztlich vertretbar ist und die erforderliche ärztliche Sorgfalt insbesondere durch die Art und Weise der Befunderhebung, Beratung, Behandlung sowie Dokumentation gewahrt wird”. Deshalb kann eine Online-Behandlung derzeit nicht bei schwerwiegenden Erkrankungen oder Vorerkrankungen in Anspruch genommen werden.

Zu den häufigsten Erkrankungen, bei denen eine Online-Krankschreibung möglich ist, gehören zum Beispiel:

  • COVID-19-Risiko
  • Grippe
  • Magen-Darm-Grippe
  • Erkältung
  • Regelschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Stress
  • Migräne
  • Blasenentzündung
  • Durchfall

Mehr Informationen zu den rechtliche Grundlagen der Online-Behandlung und -Krankschreibung finden Sie hier: https://www.klugo.de/blog/krankenschein-online-kaufen

Welche Vorteile bietet eine Online-Krankschreibung?

  • Krankschreibung innerhalb kurzer Zeit
  • Keine zeit- und kräfteraubenden Anfahrtswege
  • Kein unangenehmer, anstrengender Aufenthalt im überfüllten Wartezimmer, dadurch auch keine Ansteckungsgefahr
  • rechtsgültig und von Arbeitgebern, Krankenkassen und Apotheken anerkannt

Wie erhalte ich meine Krankschreibung von Zava?

Die Krankschreibung erhalten Sie von uns im Rahmen einer ärztlichen Beratung (über unsere App) innerhalb eines Werktages per Post.

Kosten für eine Krankschreibung bei Zava

Der Preis für eine Krankschreibung bei Zava beträgt gemäß der deutschlandweit gültigen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) 5,36 €. Die Krankschreibung erfolgt dabei im Rahmen einer ärztlichen Beratung mittels des Zava App Services. Für solch eine Sprechstunde werden entsprechend zusätzlich 20,10 € berechnet.

Übrigens: Privatversicherte können sich die Behandlungskosten von Ihrer privaten Krankenkasse erstatten lassen. Dazu müssen Sie nur die erhaltene Rechnung von Zava einreichen. Gesetzlich Versicherte können die Zava App gerne als Selbstzahler nutzen. Bisher ist nämlich noch keine Kostenübernahme durch gesetzliche Kassen möglich. Sobald sich der rechtliche Rahmen hierfür ändert, passen wir unseren Service natürlich an.

Richtig krankmelden: Fristen einhalten

Laut Gesetzgeber ist der Arbeitnehmer dazu verpflichtet, dem Arbeitgeber telefonisch oder per e-Mail die Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer am ersten Krankheitstag mitzuteilen. Ab dem dritten Krankheitstag muss dem Arbeitgeber üblicherweise eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorgelegt werden. Die Arbeitsunfähigkeit wird nach einer Untersuchung durch einen Arzt feststellt. Beachten Sie, dass der Arbeitgeber unter besonderen Umständen dazu berechtigt ist auch schon früher eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zu verlangen.

Dauer der Krankschreibung

Der behandelnde Arzt legt je nach Erkrankung die Dauer der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung fest.

In Deutschland sind Arbeitgeber gesetzlich dazu verpflichtet, ihren erkrankten Arbeitnehmern bis zur Dauer von sechs Wochen den vollen Lohn zu zahlen. Wenn der Arbeitnehmer mehr als sechs Wochen krankgeschrieben ist, erhält er von der Krankenkasse Krankengeld. Jedoch sollten Sie hier beachten, dass sich die sechs Wochen auf eine Art der Erkrankung beziehen: Wenn Sie beispielsweise vier mal zwei Wochen innerhalb eines Jahres an unterschiedlichen Krankheiten erkranken sollten, dann wird der volle Lohn vom Arbeitgeber gezahlt. Wenn Sie jedoch vier mal zwei Wochen an der gleichen Krankheit erkranken, dann erhalten Sie ab der 7. Woche Krankengeld von der Krankenkasse. Die Höhe des Krankengelds beträgt 70 % des Bruttoverdienstes, aber nicht mehr als 90 % des Nettogehalts.

Ursachen für eine Krankschreibung

Die Ursachen für eine AU reichen von physischen bis hin zu psychischen Erkrankungen. Die häufigsten Krankheitsarten für die sich Arbeitnehmer eine AU ausstellen lassen, sind folgende:

  • Muskel-Skelett-System
  • Atmungssystem
  • Psychische Erkrankungen
  • Verletzungen
  • Verdauungssystem
  • Unspezifische Symptome
  • Infektionen
  • Nervensystem, Augen, Ohren
  • Kreislaufsystem
  • Neubildungen

ICD-10-GM Schlüssel: International gültiger Code für Erkrankungen

Wenn ein Arzt eine Diagnose stellt, muss er diese verschlüsseln, um zu gewährleisten, dass die Krankheiten der Patienten einheitlich definiert werden. Hierfür gibt es Diagnoseschlüssel – Der ICD-10 Schlüssel ist der Gängigste. Die Abkürzung ICD-10 steht für „International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems“, was übersetzt „Internationale statistische Klassifikation von Krankheiten und verwandten Gesundheitsproblemen“ bedeutet.

Jede Erkrankung wird von den Ärzten einem Code zugeordnet und beispielsweise auf der Krankschreibung oder auf Arztbriefen festgehalten. Die Codes können dann mit dem ICD-10-GM Schlüssel gelöst werden. Der ICD-10-GM Schlüssel klassifiziert Krankheiten in 22 Hauptkategorien. Durch die ersten drei Ziffern des Codes lässt sich die Hauptkategorie ermitteln.

Auf der Webseite des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation finden Sie die häufigsten ICD-10-Schlüssel und ihre Bedeutung: https://www.kvno.de/downloads/verordnungen/100icd_15-1.pdf

Wichtig: Für Ihren Arbeitgeber ist es nicht ersichtlich, welche Diagnose Sie bekommen haben, da der Code nur auf der AU für die Krankenkasse notiert ist.

Krankschreibung & AU: Was darf ich machen?

Wenn man krankgeschrieben ist, steht oft die Frage im Raum, welche Tätigkeit man außerhalb der eigenen vier Wänden ausüben darf. Grundsätzlich gilt: es ist alles erlaubt, was zur Genesung positiv beiträgt. Dies variiert je nach Erkrankung. Beispielsweise ist sportliche Aktivität bei psychischen Krankheiten gesundheitsfördernd. Gänge zum Supermarkt, zur Post, zur Apotheke oder zum Arzt sind bei jeder Erkrankung gestattet.

Häufig gestellte Fragen

Darf ich arbeiten trotz Krankschreibung?

Sie dürfen, sobald Sie wieder gesund sind, arbeiten gehen. Dies gilt auch, wenn Sie noch krankgeschrieben sind. Jedoch sind Sie dazu verpflichtet so lange zu Hause zu bleiben bis Sie nicht mehr ansteckend sind, da Ihnen ansonsten ein Bußgeld droht.

Kann ich eine Krankschreibung am Wochenende oder an Feiertagen bekommen?

Sollte der Abgabetag der Krankschreibung auf das Wochenenden fallen, sollten Sie nur in die Notaufnahme, wenn es sich tatsächlich um einen Notfall handelt. Da es in Deutschland bei der Berechnung der Abgabefrist der AU eine 3-Tage-Regelung gibt, können Sie sich die AU einfach am folgenden Montag ausstellen lassen. Der behandelnde Arzt kann Sie bis zu drei Tage rückwirkend krankschreiben. Dem Arbeitgeber können Sie die Krankschreibung nachreichen.

Bei der Berechnung der Abgabefrist ist zu beachten, dass die Kalendertage gezählt werden und nicht die Werk- oder Feiertage. Wenn Sie zum Beispiel am Freitag krank werden, müssen Sie das Wochenende mitzuzählen.

Kann man eine Krankschreibung verlängern?

Es ist möglich sich von seinem behandelnden Arzt eine Folgebescheinigung ausstellen zu lassen. Dies muss bis zum letzten Tag der vorherigen Krankschreibung geschehen, da Sie ansonsten im schlimmsten Falle kein Krankengeld von der Krankenkasse erhalten. Die Folgebescheinigung müssen Sie Ihrem Arbeitgeber bis spätestens drei Tage nach Ablauf der Gültigkeit der vorangehenden AU vorlegen.

Bitte beachten Sie, dass Sie die Folgebescheinigung auch bei einem anderen Arzt erhalten können.

Wie viele Tage kann ich mich rückwirkend krankschreiben lassen?

Generell können Sie sich von einem Arzt bis zu drei Tage rückwirkend krankschreiben lassen, jedoch muss Ihr Arzt prüfen, ob Sie auch schon davor arbeitsunfähig erkrankt waren.

Kann der Arbeitgeber die Krankmeldung ablehnen?

Der Arbeitgeber darf die Krankmeldung ablehnen, wenn begründete Zweifel an der Arbeitsunfähigkeit des Arbeitnehmers bestehen. In diesem Fall muss der Arbeitnehmer Gegenbeweise vorlegen.

Kann man auch telefonisch krankgeschrieben werden?

Aufgrund der COVID-19-Pandemie trat zwischen dem 20. März 2020 und dem 31. Mai 2020 eine Sonderregelung in Kraft, die telefonische Krankschreibungen erlaubte.

Artikel erschienen: 26 Aug 2020

Letzte Änderung: 26 Aug 2020

Alle Sprechstunden auf einen Blick
Zu den Behandlungen

Weitere Informationen


Kundenrezensionen
trustpilot-ratings-5-star (5947)
trustpilot-ratings-5-star von Niko, 09 Okt 2020
Hat einwandfrei funktioniert. Gerne wieder
trustpilot-ratings-5-star von Gabriella Ambs-Wettstein, 03 Okt 2020
Freundliche Beratung, rasche Bearbeitung und Lieferung und der Presi simmt.
trustpilot-ratings-5-star von Andre, 01 Okt 2020
Immer alles Tip Top ,bin sehr zufrieden. LG
trustpilot-ratings-5-star von Regina Geck, 22 Sep 2020
Ich bin wie immer, total zufrieden mit Dr. Ed. So schnell, wie diesmal, habe ich noch nie eine Bestellung erhalten. 24 Std ohne Express. Dank an alle.
trustpilot-ratings-5-star von John, 13 Sep 2020
Besser geht nicht. Schnell und gut. Immer gerne wieder.


Gütesiegel