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Gerät misst hohen Blutdruck und niedrigen Puls

Es gibt zahlreiche Gerüchte und viel Halbwissen zum Thema Blutdruck und Puls. Oft wird der Blutdruck gemessen oder der Puls getastet, ohne dass die Patienten genau wissen, was damit nun erreicht werden sollte. Die Werte sind für Ärzte von großer Wichtigkeit und Begleitsymptome vieler Krankheiten. Die Kombination der Werte lässt noch weitere Rückschlüsse zu. Wenn ein hoher Blutdruck zusammen mit niedrigem Puls auftritt, kann dies auf verschiedene Erkrankungen hindeuten, ist aber nicht unbedingt gleich besorgniserregend. Der folgende Artikel beschreibt diese Wertekombination genauer und beantwortet wichtige Fragen.

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Hängen Blutdruck und Puls zusammen?

Der Blutdruck und der Puls werden nicht unbedingt abhängig voneinander hoch- oder runterreguliert. Wenn also einer der beiden Werte ansteigt, muss der andere nicht automatisch ebenso steigen, im Gegenteil:

Blutdruck und Puls sind Regelgrößen, um die Blutversorgung im gesamten Körper zu gewährleisten. Der Blutdruck muss steigen, wenn die Blutgefäße enger werden, damit noch ausreichend Blut durch jedes Gefäß gelangt. Er ist also durch den Durchmesser der Blutgefäße festgelegt und wird dementsprechend anders geregelt als der Puls.

Der Puls wird allein dadurch bestimmt, wie oft das Herz pro Minute kontrahiert. Werden also die Gefäße enger, steigt der Blutdruck, nicht aber der Puls. Wird jedoch mehr Blut pro Zelle benötigt, muss das Herz öfter schlagen, wodurch der Puls, also die Anzahl der Pulsschläge, steigt.

Je nach Situation, in der wir uns befinden, sieht also die Kombination von Blutdruck und Puls anders aus. Ein gesunder Körper passt die Werte immer möglichst so an den Bedarf an, dass alle Zellen mit dem benötigten Blut versorgt werden. Die Werte sind also immer im Sinne des gesamten Körpers und seines Bedarfs an Sauerstoff reguliert. Dabei hängen letztendlich alle Werte zwar zusammen, ein hoher Blutdruck geht jedoch nicht automatisch mit einem hohen Puls einher oder umgekehrt.

Wann kann die Kombination „hoher Blutdruck mit niedrigem Puls“ auftreten?

Ein hoher Blutdruck muss nicht unbedingt mit einer Erkrankung assoziiert sein. Auch im Alltag eines Gesunden schwankt der Blutdruck. Er steigt beispielsweise durch körperliche Anstrengung kurzzeitig an, wird dann aber so reguliert, dass sich dies nicht negativ auf den Organismus auswirkt. Auch durch psychische Aufregung kann ein hoher Blutdruck gemessen werden, weshalb die Blutdruckwerte immer in einer ruhigen Atmosphäre gemessen werden sollten. Chronisch hoher Blutdruck, besonders die arterielle Hypertonie, hingegen sind häufige Erkrankungen, die besonders im höheren Lebensalter zunehmen und zahlreiche Ursachen haben.

Ein niedriger Puls ist ebenfalls nicht gleich pathologisch. Die meisten Ausdauersportler haben einen eher niedrigen Ruhepuls, weil ihr Herz so trainiert ist, dass es mit einem Schlag mehr Blut in die Hauptschlagader pumpt. Wer sich also regelmäßig bewegt, wird in Ruhe einen Puls von etwa 60 bis 80 Schlägen pro Minute aufweisen. Sehr sportliche Menschen können dabei sogar unter 60 Schläge pro Minute kommen.

Auch als Nebenwirkung mancher Medikamente kann ein niedriger Puls resultieren. Viele Blutdrucksenker wie Nitrendipin oder Micardis senken nicht nur den Blutdruck, sondern auch den Puls. Dies sorgt für eine geringere Belastung des Herzens und ist nicht problematisch, solange die Werte nicht zu gering sind. Andererseits gibt es jedoch auch Erkrankungen, die oft mit niedrigem Puls assoziiert sind. Dazu zählt das Sick-Sinus-Syndrom als Herzerkrankung, außerdem die Schilddrüsenunterfunktion, Typhus und Gelbfieber. Auch bei Durchblutungsstörungen und der arteriellen Verschlusskrankheit kann es zu niedrigen Pulsen kommen.

In Kombination kann also die Symptomatik „hoher Blutdruck, niedriger Puls“ zahlreiche Ursachen haben. Viele verschiedene Krankheitskonstellationen, Lebenssituationen und Medikamente bedingen Blutdruck und Puls – deshalb sollte jeder Mensch die Werte immer wieder checken lassen und so Vorsorge betreiben.

Ab wann ist hoher Blutdruck und niedriger Puls problematisch?

Blutdruck und Puls sind individuell natürlich variabel und je nach Lebenssituation auch schwankend. Deshalb gibt es zwar Richtwerte, allerdings ist nicht jede Abweichung als pathologisch zu betrachten.
Beispielsweise beim Sport kann der Blutdruck sinnvollerweise auf höhere Werte steigen, wird dann aber wieder reguliert. Eine kurzzeitige Blutdruckerhöhung beim Gesunden ist also meist nicht gefährlich.

Als problematisch gilt eine chronische Blutdruckerhöhung auf über 140/90. Ist dies der Fall, sollte zunächst eine Grunderkrankung ausgeschlossen und dann der Bluthochdruck gezielt behandelt werden.
Ein plötzlicher Anstieg des Blutdrucks ist je nach Ausgangssituation der Person zu bewerten: Nicht immer ist eine Erhöhung auf einen oberen Wert auf beispielsweise 170 sofort lebensgefährlich: Menschen mit chronischem Bluthochdruck neigen oft dazu, immer wieder einen solchen Anstieg zu bekommen. Wenn jedoch Gesunde mit einem normalerweise oberen Wert von 120 plötzlich 170 messen, ist Vorsicht geboten.

Besonders in der Schwangerschaft tritt diese sogenannte Eklampsie manchmal auf und ist sehr gefährlich für das Ungeborene. Unter anderem deshalb sollten Schwangere regelmäßig Blutdruck, Puls und Temperatur messen.

Ein niedriger Puls ist ebenfalls nicht ab einem Wert von unter 60 Schlägen pro Minute automatisch gefährlich. Auffällig ist jedoch ein rasches Absinken der Herzfrequenz bei nicht-Sportlern auf unter 60 Schläge pro Minute mit den Symptomen des Leistungsabfalls. Diese sogenannte Bradykardie ist ab unter 40 Schlägen pro Minute gefährlich und muss je nach Patient unbedingt behandelt werden. Hier gibt es jedoch individuell große Unterschiede – manche Menschen sind schon bei einem Puls von unter 60 sehr schwach, andere bemerken dies erst bei deutlich niedrigeren Werten.

Wie sollte man reagieren, wenn die Kombination plötzlich auftritt?

Einen hohen Blutdruck bemerkt man meist nicht an körperlichen Beschwerden. Vor allem Patienten mit chronischem Bluthochdruck sind so daran gewöhnt, dass sie die Bluthochdruck Symptome, falls überhaupt welche auftreten, nicht als solche wahrnehmen. Tritt der Bluthochdruck jedoch ganz plötzlich auf, kann es zu neurologischen Symptomen wie Taubheit, Krämpfen oder Kopfschmerzen kommen. Auch Brustschmerzen, Nasenbluten und Sehstörungen sind Hinweise auf eine starke akute Blutdruckerhöhung und deshalb Indikationen für sofortigen Handlungsbedarf.

Wenn der Puls plötzlich sehr niedrig wird, bemerkt man dies an der Unterversorgung des Körpers mit Sauerstoff: Die Leistungsfähigkeit sinkt rapide, es kann zu Atemnot und Schwindel mit Ohnmacht kommen.
Bei solchen akut auftretenden Symptomen sollte unbedingt sofort ein Notarzt geholt werden. Sie stellen Anzeichen für eine unter Umständen lebensgefährliche Dysregulation des Herz-Kreislaufsystems dar.

Was ist gefährlicher – der hohe Blutdruck oder der niedrige Puls?

Je nach Ursache können beide Faktoren lebensgefährlich sein. Dabei spielt ihre Ausprägung eine Rolle. Ein leichter Blutdruckanstieg kann meist rückgängig gemacht werden, während bei einem sehr hohen Wert die Blutgefäße in Mitleidenschaft gezogen werden. Sind diese durch andere Grunderkrankungen schon vorgeschädigt, kann ein sehr hoher Blutdruck sie zum Reißen bringen und es kommt zu inneren Blutungen. Um dem vorzubeugen sollten deshalb Menschen mit Grunderkrankungen wie Arteriosklerose, Herzproblemen und Blutgerinnungsstörungen sehr regelmäßig den Blutdruck messen.

Ein niedriger Puls ist je nach Situation zu bewerten: Sportler profitieren sogar davon, während nicht-Sportler bei niedrigem Puls deutlich weniger leistungsfähig sind. Der niedrige Puls ist immer dann gefährlich, wenn er durch Herzrhythmusstörungen bedingt ist. Da diese zahlreiche Ursachen haben können, sollten Patienten mit Herzproblemen, Schilddrüsenerkrankungen sowie Gefäßerkrankungen nicht nur den Blutdruck, sondern auch den Puls regelmäßig messen.

Wie sieht die Behandlung bei dieser Symptomatik aus?

Die Behandlung ist je nach Ursache der Symptomatik unterschiedlich. Auch ist eine Behandlung nicht immer erforderlich, da ein leicht erhöhter Blutdruck oder ein leicht niedriger Puls oft keinerlei Probleme machen.
Ein Beispiel hierfür ist ein Mensch mit arterieller Hypertonie: Er ist durch Medikamente beispielsweise auf einen Blutdruck von 130/80 eingestellt, was im Vergleich zu vorherigen Werten eine deutliche Besserung darstellen kann. Diese Medikamente neigen auch dazu, den Puls zu verlangsamen. Diesem Patienten wurden nun unter Aufsicht im Krankenhaus die Medikamente verabreicht, sein Puls sank zwar leicht ab, er hat aber keine Beschwerden und die erwünsche Blutdrucksenkung ist erreicht. Dann gibt es keinen Grund, eine Dosisverringerung oder Änderung der Medikation anzustreben. Ein solcher Patient hat zwar auch die Konstellation „hoher Blutdruck, niedriger Puls“, dies aber unter ärztlicher Betreuung und ohne Beschwerden.

Ist die Symptomatik jedoch akut, also steigt der Blutdruck oder sinkt der Puls plötzlich rapide, muss dem sofort entgegengewirkt werden. Dies muss dem (Not-)Arzt überlassen werden, der sich mit solchen Situationen auskennt. Er kann durch Blutdrucksenker den Anstieg stoppen.

Bei einem niedrigen Puls liegt meist eine chronische Erkrankung zugrunde. Medikamentös werden hier Beta-Adrenorezeptor-Agonisten eingesetzt, die den Puls erhöhen. Oft hilft aber auch nur ein Herzschrittmacher, um die Bradykardie zu heilen. Der Arzt kann dies mit diagnostischen Mitteln wie dem EKG beurteilen und wählt die für den Patienten passende Therapie.

Je nach Situation kann also bei einem hohen Blutdruck und niedrigem Puls rasches Handeln gefragt sein. Es ist von großem Vorteil, wenn man als gefährdete Person regelmäßig seinen Blutdruck und seinen Puls misst und so eine mögliche Gefahr besser einschätzen kann. Menschen mit gesundheitlichen Problemen sollten ohnehin möglichst aufmerksam sein, was ihren Körper angeht und die Werte stets im Blick haben. Hier hilft ein gutes, offenes Verhältnis zum behandelnden Arzt, um eine erfolgreiche Behandlung zu gewährleisten.

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Quellen:

  • Duale Reihe Physiologie, 2. Auflage 2010, Thieme Verlag, Autoren: Jan C. Behrends u.a., (S. 88, 129ff., 395)
  • Physiologie, 6. Auflage 2010, Thieme Verlag, Hrsg: Rainer Klinke u.a., (S. 167f., 174ff., 900)
  • Duale Reihe Innere Medizin, 3. Auflage 2013, Thieme Verlag, div. Autoren, (S. 31, 58f., 72ff., 109ff.)
  • Artikel der Deutschen Herzstiftung: Blutdruckanstieg, In diesen Fällen sofort den Arzt rufen; Autor: Prof. Dr. med. Thomas Budde, www.herzstiftung.de, aufgerufen am 11.10.15

 

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