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Mann mit Haarausfall benutzt Haarwuchsmittel

Jeder Mensch verliert täglich Haare. Der Verlust von etwa 100 Haaren auf dem Kopf pro Tag ist vollkommen normal und muss vom Krankheitsbild des chronischen Haarausfalls oder Alopezie unterschieden werden, bei der dauerhaft deutlich mehr als 100 Kopfhaare am Tag ausfallen.

Es besteht die Möglichkeit dem Haarausfall, von dem in Deutschland etwa eine Million Männer zwischen 30 und 60 Jahren betroffen sind, durch eine medikamentöse Behandlung, zum Beispiel mit dem Wirkstoff Finasterid, entgegenzuwirken. Durch dieses Haarwuchsmittel wird der Haarausfall nicht nur gestoppt, sondern es können sogar neue Haare nachwachsen.

DrEd beschreibt verschiedene Haarwuchsmittel, ihre Anwendung und die Erfolgschancen der entsprechenden Behandlung.

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Welche Haarwuchsmittel gibt es?

Zu den am Häufigsten eingesetzten Haarwuchsmitteln zählen die Präparate

Zudem zeigen Studien, dass auch Rosmarinöl als natürlicher Wirkstoff das Haarwachstum fördern und dem Haarausfall vorbeugen kann. 

Wie wirkt das Haarwuchsmittel Finasterid?

Der Wirkstoff Finasterid in Propecia hemmt ein Enzym des menschlichen Organismus, das unter Anderem an der Synthese von Steroiden beteiligt ist. Durch diese selektive Hemmung der Steroid-5α-Reduktase wird auch die Umwandlung des Sexualhormons Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT) verhindert. Durch die Anwendung erfolgt eine Reduktion der DHT-Spiegel. Dadurch wird verhindert, dass bestimmte Haarfollikel in der Kopfhaut durch die DHT-Stimulation vorzeitig die Wachstumsphase (Anagenphase) abschließen und absterben. Diese Haarfollikel können auf den wegfallenden Reiz sogar mit einem Wiedereintritt oder Verlängerung der Wachstumsphase reagieren und es wächst neues Haar nach. Die Behandlung mit Finasterid ist nur bei Männern möglich.

Wie wirkt das Haarwuchsmittel Minoxidil?

Minoxidil wurde ursprünglich als Medikament zur Behandlung von Bluthochdruck (Hypertonie) eingesetzt und ist ein Kaliumkanalöffner, der zudem Stickstoffmonoxid – kurz NO - in seiner Struktur enthält. Durch die Öffnung der Kaliumkanäle in den Gefäßwänden und die direkte gefäßerweiternde Wirkung des Stickstoffmonoxids, kommt es zu einer Erschlaffung der Gefäßmuskelzellen und damit zur Gefäßerweiterung (Vasodilatation). Dadurch wird der Blutdruck gesenkt und die Durchblutung in den entsprechenden Versorgungsgebieten gefördert. Es wird vermutet, dass durch die vermehrte Durchblutung die Haarfollikel stimuliert und so das Haarwachstum angeregt wird. Der genaue Wirkungsmechanismus ist allerdings noch nicht abschließend geklärt.

Wie wirkt Rosmarinöl?

Auch bei der Anwendung von Rosmarinöl auf der Kopfhaut kann das Haarwachstum stimuliert werden. Vermutlich ist es die durchblutungsfördernde Wirkung von Rosmarin, die zu einer Verbesserung des Haarwachstums führt.

Wie werden Haarwuchsmittel angewendet?

Die beschriebenen Haarwuchsmittel gibt es in unterschiedlicher Darreichungsform. Finasterid gibt es in Tablettenform, Minoxidil in Tablettenform und als Lösung zum Auftragen auf die Kopfhaut. Üblicherweise wird Minoxidil eher als Lösung (Regaine) aufgetragen und wirkt somit lokal auf der Kopfhaut.

Finasterid als Tablette entfaltet nach der Freisetzung der Wirkstoffe zentral seine Wirkung.

Ein Behandlungserfolg kann sich bei der Behandlung mit Minoxidil bereits nach etwa acht bis zwölf Wochen zeigen. Finasterid wirkt wesentlich langsamer und erst nach knapp einem Jahr stellt sich ein dauerhafter Behandlungserfolg ein. Nach Absetzen der Medikamente kommt es jedoch wieder zu vermehrtem Haarausfall, weshalb die Behandlung für langfristigen Erfolg dauerhaft angewendet werden muss.

Welche Nebenwirkungen haben Haarwuchsmittel?

Die häufigen Nebenwirkungen bei der Therapie mit Finasterid lassen sich ursächlich auf den verminderten Dihydrotestosteron-Spiegel im Körper zurückführen. Zu ihnen zählen verminderter Sexualtrieb (Libido) oder erektile Dysfunktion, Hautausschläge mit Juckreiz und ein Druckgefühl in der Brust.

Bei einer Behandlung mit Regaine kann es zu Kopfschmerzen, Kurzatmigkeit und Blutdruckschwankungen kommen.

Da Finasterid in wichtige Körperfunktionen eingreift und neben der lokalen Wirkung auf die Haarfollikel auch systemisch wirkt, empfiehlt sich eine ausgiebige ärztliche Beratung vor dem Beginn der Behandlung in der DrEd Sprechstunde zu Haarausfall.

Für wen sind Haarwuchsmittel geeignet?

Finasterid ist grundsätzlich zur Behandlung von Haarausfall bei Männern über 18 Jahren geeignet. Auf keinen Fall darf Finasterid von Frauen und Kindern angewendet werden. Insbesondere schwangere Frauen sollten jeden Kontakt mit der Substanz vermeiden, da es durch die Beeinflussung der Hormonspiegel zu Fehlbildungen männlicher Föten führen kann. Regaine kann auch von Frauen mit Haarausfall angewendet.

Wo kann man Haarwuchsmittel kaufen?

Es handelt sich bei Finasterid und Probecia um verschreibungspflichtige Medikamente, die nur von einem Arzt verordnet werden können.

Auf keinen Fall sollten Produkte bei unseriösen Online-Anbietern bestellt werden, für die kein Rezept verlangt wird. Solche Produkte haben meist keine nachgewiesene Wirkung und können den Haarausfall sogar noch verstärken.

Ein Rezept für ein geeignetes Haarwuchsmittel wie Propecia oder Finasterid kann bei Eignung in der DrEd Sprechstunde ausgestellt werden. DrEd kann das Medikament über eine Online Apotheke auch direkt nach Hause schicken. Regaine unterliegt keiner Rezeptpflicht.

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Quellen:

  • Varothai, S., & Bergfeld, W. F. (2014). Androgenetic alopecia: an evidence-based treatment update. American journal of clinical dermatology, 15(3), 217-230. Online: www.link.springer.com (aufgerufen am 2.7.2015)
  • Panahi, Y., Taghizadeh, M., Marzony, E. T., & Sahebkar, A. (2014). Rosemary oil vs minoxidil 2% for the treatment of androgenetic alopecia: a randomized comparative trial. Skinmed, 13(1), 15-21. Online: www.europepmc.org (aufgerufen am 2.7.2015)
  • WHITING, D. A., OLSEN, E. A., SAVIN, R., HALPER, L., RODGERS, A., Lixia, W. A. N. G., ... & PALMISANO, J. (2003). Efficacy and tolerability of finasteride 1 mg in men aged 41 to 60 years with male pattern hair loss. European Journal of Dermatology, 13(2), 150-60. Online: www.jle.com (aufgerufen am 2.7.2015)

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