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Ein Mann mit schütteren Haar möchte das Haarwachstum beschleunigen

Haarausfall trifft Frauen und Männer, wobei Frauen dadurch oft stärker stigmatisiert werden und einen höheren Leidensdruck entwickeln. Viele Betroffene stellen sich die Frage, ob und wie sie ihren Haarausfall stoppen bzw. ihr Haarwachstum beschleunigen können. DrEd informiert über verschiedene Methoden und deren Zuverlässigkeit.

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Wie läuft das Haarwachstum ab?

Haare befinden sich in einem Wachstumszyklus. Die meisten Haare (90 bis 95 Prozent) befinden sich in der Wachstumsphase (Anagenphase). Diese Phase dauert zwei bis sechs Jahre. Nach ihr richtet sich die Länge der Haare. Auf die Anagenphase folgt die Katagenphase. In dieser Phase verkümmert der Haarfollikel und das Wachstum kommt zum Stillstand. In dieser Phase befindet sich etwa ein Prozent aller Haare. In der folgenden Ruhephase (Telogenphase) werden Haare abgestoßen, der Haarfollikel regeneriert sich und das Wachstum beginnt von neuem. Etwa vier Prozent der Haare befinden sich in dieser Phase.

Wie dieser Zyklus gesteuert wird und von welchen Faktoren er beeinflusst wird, ist noch nicht ausreichend erforscht. Vor allem männliche Geschlechtshormone (Androgene) scheinen eine zentrale Rolle zu spielen. Bereits bei der Geburt sind alle Haarfollikel in der Haut angelegt. Während der Pubertät führen Androgene dazu, dass sich bei Männern die Follikel in der Bartregion, auf der Brust und an den Extremitäten vergrößern, während sich die Follikel an den Schläfen verkleinern. Auf diese Weise führen Androgene zu einem typisch männlichen Haarwuchsmuster mit Bartwuchs, Brustbehaarung und weniger Haaren an den Schläfen.

Welche Ursachen können Haarausfall oder ein verzögertes Haarwachstum haben?

Haarausfall oder ein gestörtes Haarwachstum können viele Ursachen haben. Sie reichen von Autoimmunerkrankungen wie Lupus erythematodes (SLE) über Hautkrankheiten (z.B. Pilzinfektion), Stoffwechselstörungen (z.B. Schilddrüsenfunktionsstörungen), Vergiftungen, Medikamentennebenwirkungen (z.B. Chemotherapie) bis hin zu psychischen Störungen (z.B. Trichotillomanie). In den meisten Fällen handelt es sich bei vermehrtem Haarausfall, der vor allem im Alter mehr wird, um einen hormonell bedingten Haarausfall (Androgenetische Alopezie). Dieser äußert sich bei Männern zuerst mit einer Verminderung der Haardichte an den Schläfen („Geheimratsecken“) und führt später dazu, dass nur noch ein Haarkranz (Tonsur) vorhanden ist oder keine Haare mehr auf dem Kopf wachsen (Glatze). Bei Frauen führt die androgenetische Alopezie vor allem zu einer Lichtung der Haare in der Scheitelregion. Oft sieht man eine klare Abgrenzung der Stirnhaare, die weiterhin normal wachsen. Sollte unklar sein, ob auch andere Ursachen für den Haarausfall verantwortlich sind, macht eine weitergehende Diagnostik Sinn (z.B. Schilddrüsenwerte, Medikamentenanamnese, Bestimmung von Mikronährstoffen wie Eisen und Zink).

Wie kann man das Haarwachstum beschleunigen?

Eine sehr gute Hilfe gegen androgene Alopezie sowohl bei Frauen als auch bei Männern ist die Behandlung mit Minoxidil. Der genaue Wirkmechanismus ist nicht bekannt. Es ist bekannt, dass die Anwendung von Minoxidil zu einem verstärkten Haarwachstum, dickeren Haaren und einer Verlängerung der Wachstumsphase bei einer Verkürzung der Ruhephase führt. Als zweiprozentige Lösung kommt es in frei verkäuflichen Shampoos vor oder ist als Lösung erhältlich. Diese Lösung muss zwei Mal täglich auf das trockene Haar aufgetragen werden. Im Gegensatz dazu gibt es Minoxidil auch als fünfprozentigen Schaum für Männer, der nur ein Mal pro Tag aufgetragen werden muss, was vielfach als angenehmer empfunden wird. Als unerwünschte Wirkungen können übermäßiges Haarwachstum z.B. im Gesicht, wenn die Lösung verläuft und Hautirritationen auftreten. Minoxidil muss lebenslang angewendet werden. Wird die Behandlung eingestellt gehen die Effekte verloren. Minoxidil muss drei bis sechs Monate kontinuierlich angewendet werden, bevor Verbesserungen zu sehen sind.

Was kann das Haarwachstum noch beschleunigen?

Zur lokalen Anwendung wurden außerdem verschiedene andere Stoffe wie Sabalextrakte, Kupfer, α-Linolensäure oder Zinksulfat getestet. Für keinen dieser Stoffe konnte eine Wirksamkeit nachgewiesen werden. Für Östradiol, ein weibliches Geschlechtshormon, ist nachgewiesen, dass es als Gegenspieler der männlichen Geschlechtshormone (Androgene) eine Wirkung bei androgenetischer Alopezie zeigt. Auf Grund der ausgeprägten Nebenwirkungen – Gynäkomastie beim Mann und Zyklusstörungen bei der Frau – ist es nicht zur Behandlung der Alopezie zugelassen.

Bei Mäusen konnte gezeigt werden, dass eine Lösung aus Thuja orientalis in heißem Wasser das Haarwachstum fördert. Eine Bestätigung dieses Effektes am Menschen steht noch aus. Eine Behandlung der androgenetischen Alopezie bei Männern mit Crescina, einer Lotion aus humanen follikulären Stammzellen, hat in einer Studie zur Verstärkung des Haarwachstums geführt. Hierbei handelt es sich allerdings um eine relativ kleine Studie. Für eine bessere Beurteilung der Wirksamkeit müssen größere, randomisiert, kontrollierte Studien durchgeführt werden. Sowohl der regelmäßige Verzehr von Soja als auch eine lokale Behandlung mit Sojaextrakt scheint sich positiv auf die Hautgesundheit auszuwirken und das Haarwachstum zu unterstützen. Worauf dieser Effekt beruht ist nicht geklärt. Eine Bindung an Östrogenrezeptoren scheint eine Rolle zu spielen.

Welche Medikamente gibt es gegen Haarausfall?

Als systemische Therapie existiert Finasterid, ein 5α-Reduktase-Hemmstoff, der die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron hemmt. Es wurde nachgewiesen, dass in Stellen der Kopfhaut, die von Alopezie betroffen sind, erhöhte Spiegel von Dihydrotestosteron vorliegen. Durch die Hemmung der 5α-Reduktase werden die Dihydrotestosteron-Spiegel gesenkt. Dies führt zu einer Vermehrung der Haare in der Anagenphase und einer Verminderung der Haare in der Telogen-Phase, sowie zu einer Zunahme der Haardicke und des Haargewichts. Die Anzahl der Haare ändert sich durch die Therapie zunächst nicht. Der Effekt der Therapie zeigt sich frühestens nach drei Monaten. Eine Beurteilung der Wirksamkeit findet meist erst nach sechs bis neun Monaten statt. Wird die Therapie abgesetzt, tritt die Alopezie wieder auf.

Für wen ist Finasterid geeignet?

Die Wirkung von Finasterid bei Frauen ist umstritten. Bei Frauen im gebärfähigen Alter darf Finasterid nicht angewendet werden, da es den Fötus schädigt. Aus demselben Grund dürfen Männer erst zwei Wochen nach Ende der Finasterid-Therapie Blut spenden. Die Wirkung von Finasterid konnte bisher nur bei Männern im Alter zwischen 18 und 41 Jahren bewiesen werden. Mögliche Nebenwirkungen der Therapie mit Finasterid sind eine Brustbildung (Gynäkomastie) bei Männern, Verkleinerung der Prostata, Störung des Sexualtriebes (Libido), der Erektion und der Ejakulation und eine Verstärkung von Depressionen. Bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen darf Finasterid nur unter engmaschiger Kontrolle eingesetzt werden, da es über die Leber abgebaut wird. Bei Frauen in der Menopause, kann Finasterid als individueller Heilversuch gegen Haarausfall eingesetzt werden. Eine Zulassung existiert nicht.

Welche weiteren 5a-Reduktase Hemstoffe gibt es?

Ein neuerer 5α-Reduktase-Hemmstoff ist Dutasterid, welcher die 5α-Reduktase effektiver hemmt. Durch die effektivere Hemmung sind die Nebenwirkungen ebenfalls häufiger. Zusätzlich bleibt Dutasterid länger im Körper, sodass eine Blutspende erst sechs Monate nach Ende der Therapie erlaubt ist. Zusätzlich tritt bei 85 Prozent der Patienten, die Dutasterid einnehmen eine Reduktion der Spermienzahl und des Ejakulationsvolumens auf ein Viertel des Ausgangswertes ein. Dieser Effekt liegt auch sechs Monate nach Ende der Therapie noch vor. Auf Grund der unerwünschten Wirkungen ist Dutasterid weder in Deutschland noch in Österreich oder der Schweiz zur Behandlung der androgenetischen Alopezie zugelassen. Es wird von einigen Ärzten off-label zur Behandlung eingesetzt.

Kann eine ausgewogene Ernährung Haarwachstum beschleunigen?

Einen wichtigen Stellenwert nimmt die ausgewogene Ernährung ein. Da ein Nährstoffmangel zu Haarausfall führen kann, müssen Mangelerscheinungen erkannt und mit den richtigen Nahrungsmitteln oder Nahrungsergänzungsmitteln therapiert werden. Eine protein- und vitaminreiche Ernährung kann zu einem leicht beschleunigten Haarwachstum führen.

Wie kann man Haarausfall noch verbergen?

Als letzte Therapiemaßnahme bleiben das Tragen einer Perücke oder eine Haartransplantation. Für weitere Maßnahmen wie die Laserbehandlung oder die Durchblutungsförderung der Kopfhaut liegen keine Wirksamkeitsnachweise vor.

Wie sollte androgenetische Alopezie therapiert werden?

Minoxidil ist das einzige Medikament, für das ein ausreichender Wirknachweis vorliegt, welches sowohl bei Männern als auch bei Frauen zur Behandlung der androgenetischen Alopezie eingesetzt werden kann. Nur für Männer kommt außerdem der Wirkstoff Finasterid in Frage, der unter anderem in dem Medikament Propecia enthalten ist. Eine ausgewogene Ernährung kann zusätzlich das Haarwachstum unterstützen. Weitere Therapiemöglichkeiten oder eine Kombinationstherapie müssen individuell erwogen werden, besonders wenn Minoxidil keine Wirkung zeigt.

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Quellen:

  • Buonocore, D., Nobile, V., Michelotti, A., & Marzatico, F. (2013). Clinical Efficacy of a Cosmetic Treatment by Crescina® Human Follicle Stem Cell on Healthy Males with Androgenetic Alopecia. Dermatology and therapy, 3(1), 53-62.
  • Zhang, N. N., Park, D. K., & Park, H. J. (2013). Hair growth-promoting activity of hot water extract of Thuja orientalis. BMC complementary and alternative medicine, 13(1), 9.
  • Levy, L. L., & Emer, J. J. (2013). Female pattern alopecia: current perspectives. International journal of women's health, 5, 541. doi:10.2147/IJWH.S49337.
  • Trüeb, R. M., & Lee, W. S. (2014). Male Alopecia: Guide to Successful Management. Springer Science & Business Media

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