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Mann leidet unter androgenetischer Alopezie

Knapp 80 Prozent der männlichen Europäer über 70 Jahre leiden unter androgenetischer Alopezie - dem durch Androgene hervorgerufenen Haarausfall. Aufgrund dieser hohen Häufigkeit wird es volkstümlich weniger als Erkrankung, sondern vielmehr als Alterserscheinung wahrgenommen und nur Wenigen sind die Ursache und die therapeutischen Möglichkeiten bewusst.

DrEd möchte hierbei mit Informationen rund um die Erkrankung und therapeutischen Möglichkeiten weiterhelfen.

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Wie kommt es zur Androgenetischen Alopezie?

Der Name vereint bereits die beiden Haupteinflussfaktoren: Androgene (männliche Sexualhormone) und Genetik. Man nimmt an, dass Haarausfall aus einem Androgen-abhängigen Prozess mit einer genetischen Prädisposition resultiert.

Androgene mit dem bekanntesten Vertreter „Testosteron“ bezeichnen eine Gruppe von Sexualhormonen, die für die Ausbildung der männlichen Sexualmerkmale zuständig sind. Sie nehmen eine enorm wichtige Funktion während der Reifung der männlichen Körpermerkmale des Fetus bis zum Ende der Pubertät ein.

Das Haarwachstum verläuft in einem Zyklus aus drei Phasen beginnend mit einer zwei- bis sechsjährigen Wachstumsphase (anagene Phase). Diese wird gefolgt von einer zwei- bis dreiwöchigen Übergangsphase, in der sich das Haar allmählich von seiner Wurzel löst (katagene Phase), und endet mit der Telogenphase, in der sich das Haar ablöst und der Zyklus von neuem beginnt. 

Androgene beeinflussen in diesem Zusammenhang die anagene Phase. Genauer gesagt, spielt hierbei ein Verwandter des Testosterons, das Dihydrotestostern (DHT), eine wichtige Rolle. Es verkürzt die anagene Phase entscheidend, sodass wesentlich kleinere und kürzere Haarfollikel entstehen. Die kahlen Stellen, unter anderem auch die „Geheimsratsecken“, sind übersäht mit diesen sehr kurzen Haarfollikeln. Das bedeutet, der Betroffene hat nicht weniger Haarfollikel im Vergleich zum Gesunden, aber dafür sehr feine und kurze Haarfollikel. Dieser Vorgang wird auch als „follicular miniaturization“ bezeichnet.

Welche Funktion erfüllt DHT nach der Pubertät?

Androgene mit DHT sind von entscheidender Bedeutung während der Entwicklung des männlichen Embryos bis zur abgeschlossenen Pubertät. Bis heute ist man nicht sicher, welche Funktion DHT nach der Pubertät erfüllt. Patienten mit androgenetischer Alopezie leiden an höheren Serumspiegeln des DHT oder einer höheren Aktivität des DHT-Rezeptors an den Zielzellen. Besitzt nun ein Mensch die Anlage, vermehrt DHT zu produzieren bzw. eine erhöhte Rezeptoraktivität zu besitzen, ist die Krankheitswahrscheinlichkeit erhöht.

Studien an eineiigen sowie zweieiigen Zwillingen haben den Einflussfaktor der genetischen Prädisposition bestätigt und gezeigt, dass diese sowohl von der väterlichen als auch von der mütterlichen Seite weitergegeben werden kann. Weitere genetische Untersuchungen haben den Fokus auf eine Reihe von Genen gelenkt, die in diesem Zusammenhang ausschlaggebend sind.

Wie äußert sich die Erkrankung?

Die Verteilung des Haarausfalles kann man vereinfacht auf drei Regionen eingrenzen: Schläfen-, Stirn- und Vertexregion (höchste Stelle des Schädels). Die Ausprägung des Befallmusters unterscheidet sich je nach Individuum, wobei ein Großteil der Betroffenen den Haarverlust insbesondere am Übergang zwischen Schläfen- und Stirnregion beklagt. Für Frauen wäre dieses Verteilungsmuster eher untypisch. Bei Frauen beginnt der Haarausfall eher in der Scheitelregion. Die Hinterhauptsregion ist in der Regel weder bei Männern noch bei Frauen betroffen.

Beiden gemeinsam ist das schubförmige Auftreten der Symptome. Phasen mit gesteigertem Haarausfall und Phasen mit mäßigem Haarverlust wechseln sich ab.

Was sind Risikofaktoren für Androgenetische Alopezie?

Männer sowie Frauen sind von androgenetischer Alopezie betroffen, auch wenn der Großteil der Betroffenen Männer sind. Unabhängig vom Geschlecht ist das Auftreten besonders abhängig vom Alter. Mit dem Alter steigt das Risiko für Androgenetische Alopezie. Frauen werden vor allem während der Menopause symptomatisch, wobei sich der Haarausfall größtenteils in der Scheitelregion bemerkbar macht. Ein großer Risikofaktor liegt in der familiären Prädisposition (Vorbelastung). Familien mit bekannter Krankheitsgeschichte haben eine weitaus größere Auftrittswahrscheinlichkeit als Familien ohne genetische Vorbelastung. Stress wird als weiterer Risikofaktor bewertet.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Eine ausführliche Anamnese und eine gründliche Untersuchung der Kopfhaut reichen für die Diagnosestellung aus. Ein gehäuftes Auftreten in der Familiengeschichte und das markante Befallsmuster sind hierbei richtungsweisend. Ebenso kann untersucht werden, wie leicht die Haare auf Zug hin ausfallen. Zur vollständigen Diagnosestellung bei Haarausfall gehört allerdings auch der Ausschluss anderer Ursachen von Haarausfall.

Eine frühe Diagnose kann bereits mithilfe eines Dermatoskops – einer Vergrößerungslupe extra für die Haut – gestellt werden. Dabei kann man das Ausdünnen der Follikel nachweisen und bereits in frühen Stadien – also wenn sich noch keine kahlen Stellen aufgetan haben – eine Diagnose stellen und geeignete therapeutische Maßnahmen ergreifen.

Welche andere Krankheiten gibt es, die ähnliche Symptome haben?

Besonders beachtet werden müssen vernarbte, brennende oder juckende Stellen. Diese Befunde sprächen gegen eine androgenetische Alopezie und eher für andere Ursachen. Aufschluss kann in diesem Fall eine Biopsie der betroffenen Region ergeben. Dabei achtet man insbesondere auf den Durchmesser der Haarfollikel und bestimmt das Verhältnis zwischen Follikeln in der anagenen und der telogenen Phase, welches bei der androgenetischen Alopezie deutlich verringert ist. Die wichtigste Differentialdiagnose stellt die Alopecia areata – auch als kreisrunder Haarausfall bekannt – dar. Diese unterscheidet sich zwar klar im Befallsmuster und den optischen Befunden, kann allerdings gemeinsam mit der androgenetischen Alopezie auftreten.

Was hilft gegen Androgenetische Alopezie?

Die therapeutischen Möglichkeiten sind breit gefächert. Je nach Schwere und Therapieziel kann man zwischen Lifestyle-Änderung, Shampoos, Medikamenten und operativen Maßnahmen wählen. Neben Stressreduktion und einer ausgewogenen Ernährung empfiehlt man in der Regel erst die Verwendung von Minoxidil-haltigen Shampoos oder Medikamenten wie Propecia, bevor zu größeren Eingriffen wie zum Beispiel die Haartransplantation geraten wird.

Steht Androgenetische Alopezie in Zusammenhang mit anderen Erkrankungen?

Einige umfangreiche Studien erheben einen Zusammenhang zwischen androgenetischer Alopezie und kardiovaskulären Erkrankungen. So wurden bestimmte Formen von Haarausfall bei Patienten mit Herzerkrankungen und Diabetes beobachtet. Diese Beobachtungen konnten bislang nicht bestätigt werden.

Eine andere Studie hat von vermehrtem Haarausfall bei Patienten mit Prostatakrebs berichtet. Genaue Zahlen konnten bisher nicht bestätigt werden und es liegt weiterer Forschungsbedarf vor.

 

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Quellen:

  • Ellis, J. A., Sinclair, R., & Harrap, S. B. (2002). Androgenetic alopecia: pathogenesis and potential for therapy. Expert reviews in molecular medicine, 4(22), 1-11
  • Kaufman, K. D. (2002). Androgens and alopecia. Molecular and cellular endocrinology, 198(1), 89-95.  Online: www.sciencedirect.comaufgerufen am 12.9.2015
  • Piraccini, B. M., & Alessandrini, A. (2014). Androgenetic alopecia. Giornale italiano di dermatologia e venereologia: organo ufficiale, Societa italiana di dermatologia e sifilografia, 149(1), 15-24. Online: www.ncbi.nlm.nih.govaufgerufen am 12.9.2015

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